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Testbericht vom 28.08.2009 - von Jörg

Burg der 1000 Spiegel




Details


Verlage:
Autoren:
Genres:
Spielmechaniken:
Release:
2009

Anzahl der Spieler:
2 bis 4 Spieler

Spielzeit:
20 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Durchschnittswertung:
5/10 bei 1 Bewertungen



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Die Enttäuschung beim Kosmos Verlag und den Autoren Inka und Markus Brand waren sicherlich sehr groß, da man in 2009 mit dem Spiel „Burg der 1000 Spiegel“ fest mit einer Nominierung zum Kinderspiel des Jahres gerechnet hat. Am Ende stand das Spiel nicht einmal auf der Empfehlungsliste! Aber nicht nur die Verlagsleute und Autoren, sondern auch viele Spieler hätten mit einer Prämierung gerechnet. Was waren die Gründe? >Lag es am Spielmechanismus? >Lag es am Thema? >Lage es am Material? Fragen über Fragen auf die wir im folgendem Spieltest natürlich genauer eingehen.

Ziel des Spiels:
Ein kleiner Vampir namens Victor wohnt in einer riesigen Burg. Diese Burg der 1000 Spiegel hat viele Zimmer, so dass es nicht einfach ist bestimmte Gegenstände zu finden. Mithilfe des offenen Fensters und der Spiegel muss man genau nachsehen um die Verstecke zu lüften. Dafür bekommt man die begehrten Vampirdrops! Abhängig von der Spieleranzahl gewinnt der Spieler mit einer zuvor festgelegten Anzahl von Drops.

Spielaufbau:
Bevor man beginnt sollte man entweder bei hellem Tageslicht oder, sofern man gegen Abend spielt, genügend Lichtquellen vorhanden sein. Warum, wird einem später noch klar! Der Spielplan wird aus der Schachtel herausgeholt und die Spieler entscheiden, welche der Seiten sie für das Spiel nutzen wollen. Spielt man zum ersten Mal empfiehlt sich die Seite mit den eingezeichneten Hilfslinien. Auf der Rückseite fehlen diese Linien. Nachdem man das Spielmaterial aus der Schachtel herausgelegt hat, wird der gewünschte Spielplan in die vier kleinen Halterungen gelegt. Am Rand befinden sich 12 kleine Schlitze für die Burgkarten. Die Karten werden (mit der Zinne nach oben) in beliebiger Reihenfolge in die Schlitze gesteckt. Die Motive die auf den Karten zu sehen sind (außer die Karte mit dem Loch = Fenster) werden unter Nennung der Abbildung in die Schlitze gesteckt. Das Motiv zeigt dabei in Richtung des Innern der Burg. Bei der Karte mit dem Fenster spielt das eine untergeordnete Rolle. Die Spieler kennen nun alle (oder zumindest einige) Motive und Positionen der Burgkarten. Im mittleren Teil des Spielplans sind weitere 18 Schlitze (kreuzen sich) zu sehen. Die vier Spiegel werden beliebig in die vier Schlitze gesteckt. Damit die Schachtel mit dem darauf liegenden Spielplan etwas höher liegt wird der Schachteldeckel darunter geschoben. Anschließend wird die Spielfigur Victor auf eines der 12 möglichen gelben Vertiefungen der Burg gestellt. Diese Löcher verlaufen um die Burg herum („Lauffelder“). Bevor es losgeht legt man die 30 Vampirdrops als Vorrat neben die Schachtel und jeder Spieler nimmt sich zwei Tipp-Kärtchen einer Farbe (Abbildung eines jubelnden und enttäuschten Victors). Die Tür, die noch neben der Schachtel liegt, benötigt man erst in der Variante auf die wir noch eingehen.

Spielablauf: Hat man sich auf einen Starspieler geeinigt (anschließend reihum) läuft ein Spielzug nach folgenden Punkten ab:

1. Fensterkarte umstecken
Der Spieler nimmt die Burgkarte mit dem Loch (Fenster) und tauscht diesen Platz mit einer anderen Karte. Man zieht somit beide Karten heraus und zeigt dabei auch welches Motiv auf der zweiten Karte abgebildet ist. Beim Tauschen muss die Abbildung wieder in das Innere der Burg zeigen! Ein Drehen der Schachtel ist dabei nicht gestattet.

2. Würfeln und Victor bewegen
Es wird gewürfelt und das Ergebnis zeigt an wie weit Victor auf den Lauffeldern voran geht. Neben jedem Feld ist eine Gedankenblase abgebildet, die den Motiven der Burgkarten entsprechen. Das Feld auf dem Victor landet zeigt somit auch an welches Motiv Victor gerade sucht. Ist in der Blase ein Fragezeichen nennt der linke Mitspieler eines der zehn Motive!

3. Bis zu drei Spiegel umstecken
Da Victor nur durch das Fenster schauen kann, dürfen bzw. müssen die Spiegel umgesteckt werden. Dabei darf man bis zu drei Mal die Spiegel umstecken! Was heißt Umstecken? Man versetzt einen Spiegel von einem Schlitz in einen anderen oder man dreht ihn, damit die Spiegelseite wechselt, da nur auf einer Seite ein Spiegel ist! Einen Spiegel muss man dabei mindestens umstecken.

Was auch gerne vergessen wird ist, dass in gerader Linie zum Fenster mindestens ein Spiegel stecken muss. Das bedeutet, es muss auf jeden Fall „gespiegelt“ werden! Spielt man mit dem Spielplan auf dem die Hilfslinien abgebildet sind, kann man sich die Spiegelung besser vorstellen, ansonsten muss man genau überlegen!

4. Für die Mitspieler: Tipp abgeben (außer in der ersten Runde)
Erst in den weiteren Runden kommen die Tippkärtchen zum Einsatz.
Die anderen Spieler schätzen, ob der Spieler die Spiegel richtig eingestellt hat um das Motiv auch zu finden. Hierzu legt man entweder das jubelnde oder enttäuschte Victorplättchen vor sich ab. Am besten man legt eine Hand darauf! Die Kärtchen liegen verdeckt und keiner kennt den Tipp eines anderen Spielers. Erst wenn alle Spieler ihre Hand auf dem Kärtchen haben, werden die Plättchen aufgedeckt. Liegen die Spieler richtig mit Ihrer Vermutung?

5. Motiv gefunden?
Wiederum ist der Spieler dran, welcher durch das Fenster (Loch) schaut. (Somit ist es wichtig dass am Ort des Geschehens auch ausreichend Licht vorhanden ist, sonst erkennt man nicht all zu viel.) Auch hier sollte die Burg beim Durchsehen nicht gedreht werden. Falls doch, bitte wieder auf die Anfangsposition zurück. Sonst wird es noch schwieriger sich die Motive zu merken! Sieht man das gesuchte Motiv (ehrliche Antwort des Spielers!) sagt man dies laut an und nimmt sich als Belohnung einen Vampirdrops aus dem Vorrat. Anschließend zieht man das gesuchte Motiv bzw. die Burgkarte heraus (dass hoffentlich auch das Motiv anzeigt). Ist das Motiv abgebildet nimmt sich dieser Spieler noch einen Drops vom Vorrat. Nur wenn auf der Karte nicht das gesuchte Motiv abgebildet ist, bekommt man keinen weiteren Drops. In einigen Fällen sieht man beim Durchsehen des Fensters aber nicht das Motiv! Den Mitspielern nennt man das zu sehende Bild. Ist es der Knoblauch muss man einen Vampirdrops abgeben (in den Vorrat legen), sofern man einen besitzt. Sieht man ein ganz anderes Motiv bekommt und verliert man keinen Drops. Erst anschließend können die Mitspieler auch selbst einen Blick in das Fenster werfen!

6. Richtig getippt?
Jeder Mitspieler erhält einen Drops mit dem richtigen Tipp. Wer falsch liegt bekommt nichts! Anschließend legen die Spieler ihre Tippkärtchen wieder zusammen und eine neue Runde beginnt.

Das Spiel ist zu Ende wenn >bei vier Spielern eine Spieler 8 Drops gesammelt hat. >bei drei Spielern ein Spieler 10 Drops gesammelt hat. >bei zwei Spieler ein Spieler 12 Drops gesammelt hat. Natürlich bleibt es den Spieler selbst überlassen eine Anzahl festzulegen! Wer es etwas schwieriger haben möchte greift zu einer der

Varianten!
1.Variante: Die Spielplanseite wird gedreht so dass die Lichtstrahlen nicht zu sehen sind. Möglich wäre auch, dass man die Motive die in der Burg verschwinden anfangs nicht zu sehen bekommt und sie ohne hinzuschauen versenkt.

2.Variante: Die Tür als weiteres Spielmaterial kommt hinzu! Der linke Mitspieler setzt die Tür ein nachdem der Spieler die Fensterkarte umgesteckt, gewürfelt und Victor bewegt hat. Der Platz für die Tür muss frei sein und darf sich nicht in gerader Linie zur Fensterkarte befinden. Beim Umstecken darf der Spieler ein bis drei Spiegel oder ein bis zwei Spiegel und die Tür umstecken!

3.Variante: In dieser Variante wird die Schachtel beim Umstecken und/oder Hineinschauen gedreht! Jetzt wird es wirklich schwer sich die Motive zu merken!

Strategie:

Das Spiel erinnert mit den Motiven, die man finden muss, sehr stark an Memory. Zwar liegen hier nur wenige Motive vor, doch mit den Spiegeln und der ständigen Umsteckerei wird es schwierig sich jedes Motiv zu merken. Weiß man als Spieler am Zug wo sich das Motiv befindet, „muss“ man die Spiegel einsetzen bzw. umstecken, da laut Regel ein direkter Blick nicht erlaubt ist. Hier hat der Spieler eine weitere Herausforderung oder Hürde vor sich. Nimmt man die Tür noch als Variante hinzu, wird es sehr schwierig die Lösung zu finden. Mit Geschicklichkeit hat das Spiel weniger zu tun. Denken und Überlegen stehen klar im Vordergrund! Keiner lässt sich gerne während seines Zugs ablenken, auch wenn man sich mit dem Ort des gesuchten Motivs sicher ist. Schließlich ist der Weg zu einem oder sogar zwei Vampirdrops noch sehr weit!

Interaktion:

Nimmt man das Grundspiel in Angriff, kommen sich die Spieler nicht in die Quere da jeder für sich selbst spielt. Nur mit der Variante der Tür und der richtigen Platzierung kann man dem Spieler am Zug die Lösung noch schwieriger gestalten.

Glück:

Hier warten gleich zwei Hürden auf die Spieler, oder besser gesagt für die Kinder! Durch das ständige Wechselspiel der Motive ist es nicht ganz einfach den Überblick zu behalten. Gelingt einem das oder ist man sich einiger maßen sicher wo das gesuchte Motiv liegt muss man noch die Spiegel (ggf. noch die Tür) versetzen. Gerade Kindern sollte man diesen Effekt der Spiegelung vor einem Spiel genau erklären. Denn sonst wird aus jedem Versetzen von Spiegeln ein Glücksgriff, der auf Dauer zu Frustreaktionen führen kann, wenn man ständig die Spiegel falsch platziert.

Packungsinhalt:

Gegen die Illustration von Michael Menzel gibt es nicht viel zu sagen. Bereits das Cover mit dem abgebildeten Victor der auf der Suche nach Motiven ist überzeugt uns Testspieler. Auch das Material ist robust und die Karten passen sehr gut in die Schlitze. Dass das Material nach einem Spiel beliebig in der Schachtel herumliegt stören wohl die wenigsten. Auch die Anleitung ist übersichtlich und verständlich. Am Ende der Regel wird sogar noch der Effekt der Spiegelung erklärt, so dass es vor dem Spiel durchaus Sinn macht den Kindern die Möglichkeiten zu erklären. Mit der Altersangabe (ab 6 Jahre) sind wir allerdings nicht einverstanden was wir im Folgenden noch erklären. Preislich liegt das Spiel bei ca. 25 EUR was Inhalt und Material durchaus wert sind.

Spaß:

Kommen wir nochmals zu unseren Einstiegsfragen warum das Spiel wohl nicht auf der Nominierungsliste (und Empfehlungsliste) zum Kinderspiel 2009 gelandet ist. „>Lag es am Spielmechanismus?“ Der Spielmechanismus ist durchaus anspruchsvoll. Die erste Hürde mit den gesuchten Motiven ist machbar, auch wenn sich die Plätze ständig ändern. Die zweite Hürde mit dem Versetzen der Spiegel (eine Spiegelung ist laut Regel erforderlich!) schafft nicht jeder Spieler oder besser gesagt jedes Kind! Das Spiel ist ab 6 Jahre und nicht jeder konnte mit der Spiegelung umgehen. Zwar erkannten die Spieler (mit einigen Ausnahmen) die Motive, doch mit dem Versetzen und den Gedanken der Spiegelung hatten doch einige Spieler Probleme. Das Alter ist zu niedrig angesetzt um diese Abläufe auszuführen, so dass man einige Jahre hinzu packen muss damit die Spieler überhaupt ihren Spaß haben! (>Lag es am Thema?) Hat man die Jahre draufgepackt (gehen wir mal von 8-10 Jahren) aus wirkt das Spiel nicht für jeden interessant so dass man schon die eine oder andere Variante ergänzen muss. Das Thema ist für einen heranwachsenden Jugendlichen nicht gerade spannend! Nur die Spiegel wirken hier als sehr reizvoll! Mit den ergänzten Varianten (1 und ggf. noch 2) wird das Spiel sogar zu schwierig! Packen wir noch ein paar Jahre hinzu, also eine reine Erwachsenen Runden! Natürlich spielt man gleich mit der Variante 1 und 2 (vor 3 haben wir doch etwas zu viel Respekt) und ein neues Phänomen kommt zum Vorschein! Erwachsene kennen sich mit Spiegelungen aus, doch Ihnen fehlt der Memory Gedanke eines 6 Jährigen! „Wo war noch mal das Motiv“! Eine Alterstufe festzulegen ist insgesamt sehr schwierig. Eindeutig ist das Spiel nichts für 6 jährige! Abhängig vom Wissen und den Denkvermögen (kennt sich das Kind mit Spielen aus?!) sollt ein 10jähriger schon besser zu recht kommen! Zum Schluss noch die letzte Frage aus dem Vorwort! >Lage es am Material? Nein! Mit Sicherheit nicht. Das Material ist stabil genug dass es auch in Kinderhänden nicht kaputt geht!

s Meinung:

„Burg der 1000 Spiegel“ auf der Nominierungsliste zum Kinderspiel des Jahres 2009!
Das glaubten wohl viele, doch mit der Altersangabe ab 6 Jahre hat man leider daneben gegriffen. Ob das der alleinige Grund war wissen wir nicht und somit darf weiter spekuliert werden.
Mit dem Memory Effekt und der Spiegelung sind zwei Herausforderungen im Spielablauf vorhanden, die nicht jedes Kind bewältigen kann.
Kinder stolpern dabei über das Problem der Spiegelung und Erwachsene können sich die Plätze der Motive selten merken. Gemeinsam mit Kindern, die einige Jahre älter sind (ca. 10 Jahre) und mithilfe eines oder mehreren Erwachsenen macht es mehr Sinn sich an eine Partie zu wagen. Erst dann macht es durchaus Spaß!

Silke und Jörg Köninger für cliquenabend.de

Vielen Dank an Kosmos Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

STRATEGIE
2 von 10
Wer sich das Motiv nicht merken kann, hat bereits in Phase 1 keine Chance!
INTERAKTION
1 von 10
Mit der Tür steigert sich die Interaktion!
GLÜCK
5 von 10
Für Sechsjährige weit aus höher!
PACKUNGSINHALT
6 von 10
Bei der Altersangabe sind wir anderer Meinung!
SPAß
5 von 10
Nur gemeinsam mit älteren Kindern und mindestens einem Erwachsenen sinnvoll!
GESAMT-
WERTUNG:
5/10
Mit einer Altersempfehlung ab 6 Jahre liegt man komplett falsch. Dabei sind die Abläufe Memory und Spiegel durchaus interessant!
Erklärung zur Wertung: 1-2 Ungenügend,   3 Mangelhaft,   4 Nicht lohnenswert,   5 Durchschnittsspiel,
6-7 Reizvoll,   8 Sehr gut,   9 Besonders Lohnenswert,   10 Topspiel

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