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Testbericht vom 07.07.2013 - von Jörg

Augustus




Details


Verlage:
Autoren:
Illustratoren:
Genres:
Spielmechaniken:
Release:
2013

Anzahl der Spieler:
2 bis 6 Spieler

Spielzeit:
30 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 8 Jahre

Durchschnittswertung:
5/10 bei 1 Bewertungen



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vorstellung vom 07.07.2013

Spiel des Jahres 2013: Die drei nominierten Spiele!

Spiel des Jahres 2013: Die drei nominierten Spiele! from Cliquenabend on Vimeo.

Vorwort:

Für viele doch etwas überraschend landete das Spiel Augustus 2013 auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres und es zeigt sich wieder einmal, wie unberechenbar die Jury ist. Doch werfen wir einmal einen Blick auf deren Begründung:
“Augustus reichert das als Lotterie bekannte Bingo geschickt mit taktischen Elementen an und führt damit ein fast 100 Jahre altes Prinzip auf eine neue Ebene mit mehr Spieltiefe. Trotz der zusätzlichen Regeln behält das Spiel die Leichtigkeit und Kurzweil seines Vorbilds. Mehr noch: Augustus fesselt die Spieler, da sie stets gemeinsam erwartungsvoll dem nächsten aus dem Beutel gezogenen Plättchen entgegensehen – das garantiert Spannung für alle bis zum Schluss.“

Es scheint auf den ersten Blick sehr einfach und nur Kenner der Szene wissen, dass man sich mit der ersten Auflage und der damit verbundenen Anleitung keinen Gefallen getan hat. Schwamm drüber, denn die zweite Auflage ist bereits im Gang und hier soll ja alles besser werden und somit auch inhaltlich klarer sein.

Vor uns liegt die erste Auflage und ergänzend hierzu die Regeln der zweiten Auflage als Ausdruck, so dass wir euch insbesondere im Bereich „Features, Packungsinhalt, Preisleistung“ noch ein paar Anmerkungen auf den Weg geben. Doch schauen wir uns zuvor erst einmal das Spiel an.

Ziel des Spiels:

Jeder Spieler versucht am Ende Konsul zu werden! Wie das funktioniert? Ganz einfach, denn durch Ziehen von Marker können die Spieler Legionen auf ihre Zielkarten setzen. Hat ein Spieler sieben Zielkarten erfüllt, erfolgt eine Auswertung und der Spieler mit der höchsten Punktzahl gewinnt.

Spielaufbau:

Jeder Spieler bekommt anfangs sechs Zielkarten, von denen er sich drei aussucht, vor sich ablegt und die restlichen drei verdeckt auf den Ablagestapel legt. Weitere fünf der insgesamt 88 Zielkarten kommen offen in die Tischmitte.
Hinzu gesellen sich Belohnungsmarker, die in Verbindung mit erfüllten Zielkarten genutzt werden.
Jeder Spieler erhält anfangs 7 Legionen, der Rest bildet einen Vorrat. Die 23 Mobilisierungsmarker, die in Punkte Anzahl auf einer separaten Übersicht dargestellt werden, kommen in den Beutel. Den Wertungsblock benötigt man erst am Ende.

Spielablauf:

Ein Spieler zieht aus dem Beutel immer einen Marker und jeder Spieler platziert anschließend eine Legion auf seiner Zielkarte. Natürlich muss das Symbol des Markers mit dem Symbol auf der Karte übereinstimmen und hat ein Spieler keine Legionen mehr zur Verfügung (oder will keine verwenden), kann er diese auch innerhalb seiner Zielkarte(n) verschieben.
So geht es immer weiter, der Spieler zieht einen Marker und alle Spieler platzieren sofern möglich eine Legion. Wird ein Joker gezogen, kommen alle Marker in den Beutel und der nächste Spieler darf diesen Job ausführen.

Früher oder später wird der eine oder andere Spieler aber eine seiner Zielkarten erfüllen und ruft „Ave Caesar“. Passiert das in einer Runde bei mehreren Spielern, ist für die nachfolgende Aktion und Reihenfolge die Nummer auf der Zielkarte ausschlaggebend.

Der Spieler legt zuerst seine Legionen auf der Zielkarte zurück in seinen Vorrat, führt dann die Fähigkeit der Zielkarte aus und legt sie dann versetzt vor die anderen Karten. Die Mitspieler sollen schließlich sehen wie viele Zielkarten ein anderer Spieler bereits erfüllt hat.

Die Fähigkeiten der Zielkarten sind sehr unterschiedlich. Neben Soforteffekten (z.B. weitere Legionen mobilisieren, weitere Legionen erhalten oder Mitspieler zwingen Legionen von Zielkarten zu entfernen, usw.) gibt es auch dauerhafte Effekte (Alternativmöglichkeiten beim Ziehen von Markern) und Effekte für das Ende des Spiels (zusätzliche Siegpunkte je nach Symbole).
Nicht jede Karte ist mit einer solchen Fähigkeit ausgestattet, doch das spielt nicht immer eine Rolle, schließlich kann sich der Spieler unter Umständen auch eine Belohnung nehmen. Je nach Zusammensetzung der erfüllten Zielkarten (Farbe, Anzahl) gibt es auch das entsprechende Plättchen sofern Gold und Weizen auf der Karte hinterlegt sind.
Auf Einzelheiten verzichten wir an dieser Stelle.

So ist das abschließende Auswählen einer neuen Zielkarte (von der offenen Auslage) durchaus etwas zu überlegen, schließlich will man gut kombinierbare Zielkarten und natürlich auch attraktive Sonderfähigkeiten und somit Karten besitzen.

Keine einfachen Entscheidungen und vieles ist dabei von den gezogenen Markern abhängig. Früher oder später hat ein Spieler aber sieben Zielkarten vor sich ausliegen und es folgt die Wertung. Jeder Spieler zählt seine Punkte bzw. Belohnungen zusammen. Einige Zielkarten geben einen fixen Wert vor, andere sind variabel und hängen von den ausliegenden Zielkarten eines Spielers ab.

Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Strategie:

Die strategischen Möglichkeiten sind durchaus begrenzt. Lediglich bei der Erfüllung einer Zielkarte und der damit verbundenen neuen Zielkarte überlegt man genau, welche Sinn macht. Abhängig von den Belohnungen und der Auslage der Mitspieler entscheidet man sich entsprechend.

Interaktion:

Interaktion ist durchaus vorhanden, denn gerade Soforteffekte, die dazu führen, dass Spieler Legionen oder sogar eine Zielkarte abgeben müssen, sind beliebt.
Der Faktor schwankt allerdings, denn abhängig von der Spieleranzahl und der damit ausliegenden Karten können mal mehr oder mal weniger solcher Karten innerhalb einer Partie vorhanden sein.

Glück:

Kein Wunder, dass viele Spieler den Begriff „Bingo“ bei diesem Spiel in den Mund nehmen! Das Ziehen der Mobilisierungsmarker ist durchaus glücksbetont und je nach Zielkartenauslage kann ein Spieler durchaus Vorteile aber auch Nachteile haben. Auch wenn man eine bunte Mischung aus Symbolen vor sich liegen hat, heißt dass noch lange nicht, dass man schnell die eine oder andere Zielkarte erfüllt. Gerade in Runden zu Fünft und zu Sechst steigt der Faktor noch einmal an, wenn es um das frühzeitige Abgreifen der Belohnungsmarker geht.

Packungsinhalt:

Wie bereits anfangs erwähnt hat die erste Anleitung nicht gerade inhaltlich geglänzt, doch mit der zweiten Auflage und damit Anleitung soll ja alles besser werden.
Leider hat man dabei aber schon wieder Fehler begangen. Denn in den ersten beiden Doppelseiten werden in Illustrationen und Textbausteinen Hinweise zum Spielablauf gegeben, bevor auf der nächsten Seite erst einmal der Spielaufbau dargestellt wird. Dieses Vermischen von Abläufen hat uns in der ersten Anleitung nicht gefallen und auch in der zweiten Anleitung wird das in Punkto Übersichtlichkeit nicht besser.
Warum trennt man Aufbau und Ablauf nicht eindeutig voneinander?
Gleichzeitig stimmen die Angaben zum Material auch in der zweiten Auflage nicht. Zum Beispiel gibt es nur 48 Legionen anstatt 50 und die vier Übersichtsplättchen (warum eigentlich vier und nicht sechs) sind nicht aufgeführt.
Was man allerdings verbessert hat sind die Erklärungen im Bereich der Belohnungen und Zielkarten, denn diese waren anfangs doch sehr unklar formuliert, was auch daran lag, dass man falsche oder schlechte Illustrationen und Beispiele verwendet hat. Mehr ergänzen wollen wir allerdings an dieser Stelle nicht, denn entsprechende FAQ-Seiten zu diesem Spiel sind bereits in diversen Foren/Seiten hinterlegt.

Was uns allerdings auch etwas stört ist der Name und das Cover. Ok, darüber lässt sich auch streiten, doch wenn man sich das Ganze anschaut, glaubt man eher an ein gehobenes Familienspiel.

Zum Schluss noch ein Punkt zur Qualität und zum Preis, denn beide gehen aus unser Sicht in Ordnung.

Spaß:

Ja, es ist ein Familienspiel und mit Sicherheit macht es als nominiertes Spiel des Jahres auch Spaß oder?
Jein, denn Vielspieler sind die falsche Zielgruppe und das merkten wir in unseren Runden auch sehr schnell. Obwohl wir immer wieder gerne einfache Karten- und Brettspiele mögen, kann uns Augustus nicht richtig überzeugen. Zwar ist das Ziehen der Plättchen und das anschließende Platzieren durchaus mit Glück verbunden, doch wirklich keine/r unser Vielspieler hat das Ganze als reizvoll empfunden. In Punkten ausgedrückt (Spielspaß) schwankten wir je nach Spieleranzahl zwischen 5 und 6.

Denn zu Zweit und zu Dritt (teilweise auch zu Viert) läuft es viel flüssiger ab als zu Fünft oder zu Sechst. Durch „Ave Caesar“ kommt es regelmäßig zu Unterbrechungen und gerade bei vielen Mitspielern am Tisch nervt das durchaus. Der Spielfluss wird gestört und das passiert ja nicht nur einmal. So sind uns die Partien zu Zweit und zu Dritt doch am liebsten, denn da kann man auch einmal einen Blick auf die Auslage der Mitspieler werfen, um vielleicht auch das oft zu frühe Spielende kommen zu sehen.
Unabhängig von der Spieleranzahl dauert eine Partie kaum länger als 40 Minuten. Kennen die Mitspieler die Abläufe, dauert es wie auch in der Spielschachtel hinterlegt um die 30 Minuten. Zeit genug für eine Revanche? Nicht jeder sagt da sofort JA!

s Meinung:

Augustus wurde 2013 zum Spiel des Jahres nominiert. Mit Sicherheit eine Überraschung, zumal die Jury Spiel des Jahres nicht nur auf Spaß sondern auch auf ordentlich geschriebene Regeln in einem Spiel wert legt. Die sind zumindest in der ersten Auflage unklar, aber auch in der zweiten Auflage gibt es Fehler und unzureichende Formulierungen.
Größere Probleme bei Aufbau- und Ablauf hatten wir dadurch allerdings nicht und so wird man doch schnell mit den einfachen Abläufen klar kommen. Durch Ziehen von Markern sind immer alle Spieler ins Spielgeschehen eingebunden und versuchen je nach Plättchen Legionen auf ihre Zielkarten zu setzen. Mit zusätzlichen Fähigkeiten bekommt man einen kleinen Vorteil und versucht mit entsprechenden Kombinationen von Zielkarten weitere Bonusplättchen abzuräumen. Gerade durch das ständige Ziehen ist der Glücksfaktor entsprechend hoch, so dass gerade Vielspieler nicht sonderlich begeistert sind. Das müssen sie auch nicht, denn schließlich sind Familien die anvisierte Zielgruppe, doch ob auch sie mit dem Gesamtkonzept des Spiels zufrieden sind?
Neben den Problemen mit der Anleitung lassen auch das Cover und der Name auf ein ganz anderes (anspruchsvolleres) Spiel schließen und die von der Jury angesprochene Spieltiefe suchen wir immer noch. Denn wir Vielspieler sind nicht nur hart gesottene Strategiespieler sondern mögen auch durchaus einfache und witzige Spiele, die Spaß machen. Bei Augustus fehlt uns allerdings doch das eine oder andere, um bei uns für Begeisterung zu sorgen.

Silke und Jörg Köninger für cliquenabend.de

STRATEGIE
3 von 10
Etwas Taktik aufgrund der ausliegenden Zielkarten.
INTERAKTION
3 von 10
Mit bestimmten Soforteffekten Mitspieler etwas ärgern.
GLÜCK
7 von 10
Das Ziehen der Marker hat große Auswirkungen!
PACKUNGSINHALT
6 von 10
Auch die zweite Auflage lässt Dinge offen!
SPAß
5 von 10
Schwankt zwischen 5 und 6!
GESAMT-
WERTUNG:
5/10
Glücksbetonte Ziehen von Markern mit wenigen taktischen Möglichkeiten! Nichts Spannendes und nichts Innovatives! Nicht nur Vielspieler sollten vor dem Kauf eine Partie probe spielen!
Erklärung zur Wertung: 1-2 Ungenügend,   3 Mangelhaft,   4 Nicht lohnenswert,   5 Durchschnittsspiel,
6-7 Reizvoll,   8 Sehr gut,   9 Besonders Lohnenswert,   10 Topspiel

Bilder
























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